Wann sich der Aufwand lohnt — und was als Nächstes kommt
- hast du deine Faustregel: ein Satz mit einer Zahl, die du selbst gerechnet hast;
- kannst du sagen, wofür sie gilt — und wofür ausdrücklich nicht;
- weisst du, was in diesem Zertifikat noch kommt und was es dafür braucht.
Woran entscheidest du heute, ob du dir für etwas Zeit nimmst, das dir später Zeit spart? Keine falsche Antwort.
Die vierte Preisanfrage dieser Woche
Vier Anfragen sind diese Woche hereingekommen. Viermal hast du der KI zuerst dieselben sechs Zeilen vorgetippt: wer du bist, was du anbietest, dass Preise in Franken inklusive Mehrwertsteuer stehen, dass nie ein Termin zugesagt wird. Beim vierten Mal hast du sie aus der dritten Antwort herauskopiert.
Zwei Wege, die dir das abnehmen, zeigt dieses Modul. Diese Lektion zeigt keinen dritten. Sie beantwortet die Frage davor: Lohnt sich das Einrichten für diese Aufgabe überhaupt?
Das ist eine andere Frage als die vierte aus Lektion 6.1. Dort ging es darum, ob eine Aufgabe überhaupt an eine KI geht. Hier steht das fest — offen ist nur, ob du für sie einmal etwas aufbaust. Und wie die Antwort dann aussehen soll, ist noch einmal etwas anderes; das ist der Stoff von Zertifikat 1.
Schätz zuerst
Genau diese Frage ist nirgends gemessen — dazu steht unten bei den Quellen mehr. Gemessen ist eine benachbarte, und sie sagt etwas über Bauchgefühle: Die Forschungsorganisation METR liess Anfang 2025 sechzehn erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler mit KI-Programmierwerkzeugen an ihren eigenen, grossen Projekten arbeiten — 246 Aufgaben. Vorher schätzten sie selbst, die Werkzeuge würden sie 24 % schneller machen. Was kam heraus?
Nur ein Fall, und ein enger: erfahrene Entwickler, eigene grosse Projekte, Programmierwerkzeuge. Daraus folgt nicht, dass KI langsamer macht. Übertragbar ist etwas anderes — und das trägt diese Lektion: Die Leute, die es am besten wissen müssten, lagen um das Vorzeichen daneben. Darum wird deine Zahl gerechnet und nicht gefühlt.
Der Kreuzungspunkt
Die Zahl bekommst du ohne Stoppuhr. Nimm als Einheit nicht Minuten, sondern Durchläufe:
«Das Einrichten kostet mich ungefähr so viel wie n Durchläufe von Hand.» Dann lohnt es sich ab dem Durchlauf danach. Dagegen hältst du, wie oft die Aufgabe in den letzten vier Wochen wirklich vorkam.
Wie viele Durchläufe kostet dich das Einrichten?
Denk an eine Aufgabe, die bei dir wiederkommt. Einmal aufbauen, was sie jedes Mal braucht — wie viele Durchläufe von Hand wären das ungefähr?
Wenn du gar nichts rechnen willst: nimm drei, also Antwort C. Diese Drei kommt aus einer Faustregel der Softwaretechnik — sie sagt, was Fachleute tun, nicht was gemessen wurde.
Einrichten oder einmal machen?
Die Häufigkeit steht jeweils dabei. Sie ist es, die entscheidet — gerechnet wird gegen deine Schwelle aus dem Abschnitt davor.
Der Fehler, den man nicht bemerkt
Zu spät einrichten merkt jeder selbst — spätestens beim zwanzigsten Mal. Die andere Richtung merkt niemand: einrichten, was nur einmal kommt. Der Aufwand ist bezahlt, der Nutzen kommt nie, und liegen bleibt etwas, das später niemand mehr zuordnen kann.
Dazu gehört der ehrlichste Teil dieser Rechnung: Was du eingerichtet hast, darfst du auch wieder abbauen. Kommt eine Aufgabe nicht mehr, ist das Abschalten kein Rückschritt — es ist dieselbe Rechnung mit neuen Zahlen.
Was deine Zahl nicht abdeckt
Deine Zahl teilt deine Aufgaben in zwei Teile. Der eine erreicht die Schwelle — dafür zeigt dieses Modul zwei Wege. Der andere erreicht sie nicht, und hier ist die Lektion ehrlich: Für diese Aufgaben nützt dir nichts von dem, was du hier gelernt hast. Sie bleiben Handarbeit, jedes Mal.
Die zweite Hälfte deiner Lücke steht, wenn du Lektion 6.1 gemacht hast, schon auf deiner Liste — in der Zeile, bei der du «Agent» angekreuzt und dazugeschrieben hast, was am Handy fehlt. Genau dort hört dieses Modul auf.
Liegt in diesem Browser. Nur zum Nachschauen — übernommen wird nichts.
Ein Satz, in dem eine Zahl steht
Kein «öfter», kein «regelmässig» — eine Zahl, die du zählen kannst, und dahinter, was ab ihr passiert. Häng zwei oder drei eigene Aufgaben an, mit der Häufigkeit der letzten vier Wochen. Kommt keine davon über die Schwelle, schreib das hin: Das ist genauso ein Ergebnis, und deine Regel gilt trotzdem.
Bleibt hier — angemeldet auch in deinem Konto, sonst nirgends. Steht etwas im Feld, erscheint deine Regel unten auf der Seite, mit Kopieren-Knopf.
Halte deine Regel gegen das Kriterium
Das Abnahmekriterium dieser Lektion: eine Faustregel mit einer Zahl. Vier Punkte, Ja oder Nein — hak ehrlich ab.
Der Knopf bleibt offen, auch wenn Haken fehlen — das Ergebnis ist für dich.
Als Nächstes kommt deine Zahl.
Was du mitnimmst, ist keine Software. Es ist deine Zahl — und sie gilt auch für Werkzeuge, die es heute noch nicht gibt.
Modul 6 ist durch — zwei eigene Dokumente. Ein Zertifikat trägt es nicht: Das gehört dem ganzen Zertifikat 2, und das ist im Bau.
Was in diesem Zertifikat noch kommt: Zahlen, Bilder und Ton · dem Agenten dein Projekt erklären · eigene Befehle und Fähigkeiten · und was zu tun ist, wenn es schiefgeht. Alle vier brauchen einen Computer— hier hört das Handy auf. Alle vier sind in Vorbereitung; ein Datum steht nicht dabei, weil ein Termin, der verstreicht, mehr kostet als die Ankündigung einbringt.
Offen ist heute Zertifikat 1 — der Weg für alle, bei denen die Einstufung aus Lektion 6.1 Lücken gezeigt hat.Modul 1 «Was KI heute wirklich kann» istgratis. Daneben stehenModul 2, Modul 3 undModul 4. Alle am Handy.
Sie gilt nicht nur für diesen einen Fall — nimm sie dorthin mit, wo du sie in einem Monat wiederfindest.
- METR (2025) – Measuring the Impact of Early-2025 AI on Experienced Open-Source Developer Productivity – metr.org/blog/2025-07-10-early-2025-ai-experienced-os-dev-study/ · 16 erfahrene Entwickler, 246 Aufgaben · METR nennt sich selbst «a research nonprofit» · abgerufen 04.09.2026
- «Rule of three (computer programming)» – en.wikipedia.org, Artikel gleichen Namens · Sekundärquelle zu Fowler u. a., Refactoring (1999); die Primärquelle haben wir nicht eingesehen · abgerufen 03.09.2026
- Munroe, R. – xkcd 1205 «Is It Worth the Time?» – xkcd.com/1205/ · die Denkfigur der zwei Linien, keine Messung · abgerufen 03.09.2026
Eine Zahl steht bewusst nicht in dieser Lektion: ab wie vielen Wiederholungen sich ein Fach oder eine gespeicherte Anweisung amortisiert. Dazu haben wir keine Messung gefunden — und dass beides überhaupt Zeit spart, ist ebenfalls nirgends gemessen. Deshalb rechnest du hier deine eigene Zahl.