Lektion 4 von 40 XP
Modul 6 · Du nutzt KI schon — was du noch nicht nutzt

Wann sich der Aufwand lohnt — und was als Nächstes kommt

Dauer ca. 15 MinPunkte 100 XPVorbereitung keineHandygeht komplett am HandyStand 09/2026
Nach dieser Lektion
  • hast du deine Faustregel: ein Satz mit einer Zahl, die du selbst gerechnet hast;
  • kannst du sagen, wofür sie gilt — und wofür ausdrücklich nicht;
  • weisst du, was in diesem Zertifikat noch kommt und was es dafür braucht.
0Ankommen+5 XP

Woran entscheidest du heute, ob du dir für etwas Zeit nimmst, das dir später Zeit spart? Keine falsche Antwort.

1Der Anlass+10 XP

Die vierte Preisanfrage dieser Woche

Vier Anfragen sind diese Woche hereingekommen. Viermal hast du der KI zuerst dieselben sechs Zeilen vorgetippt: wer du bist, was du anbietest, dass Preise in Franken inklusive Mehrwertsteuer stehen, dass nie ein Termin zugesagt wird. Beim vierten Mal hast du sie aus der dritten Antwort herauskopiert.

Zwei Wege, die dir das abnehmen, zeigt dieses Modul. Diese Lektion zeigt keinen dritten. Sie beantwortet die Frage davor: Lohnt sich das Einrichten für diese Aufgabe überhaupt?

Das ist eine andere Frage als die vierte aus Lektion 6.1. Dort ging es darum, ob eine Aufgabe überhaupt an eine KI geht. Hier steht das fest — offen ist nur, ob du für sie einmal etwas aufbaust. Und wie die Antwort dann aussehen soll, ist noch einmal etwas anderes; das ist der Stoff von Zertifikat 1.

2Das Bauchgefühl+10 XP

Schätz zuerst

Genau diese Frage ist nirgends gemessen — dazu steht unten bei den Quellen mehr. Gemessen ist eine benachbarte, und sie sagt etwas über Bauchgefühle: Die Forschungsorganisation METR liess Anfang 2025 sechzehn erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler mit KI-Programmierwerkzeugen an ihren eigenen, grossen Projekten arbeiten — 246 Aufgaben. Vorher schätzten sie selbst, die Werkzeuge würden sie 24 % schneller machen. Was kam heraus?

3Zwei Linien+10 XP

Der Kreuzungspunkt

AufwandDurchläufejedes Mal neu erkläreneinmal einrichtendeine Zahl
Links vom Kreuzungspunkt lohnt sich das Einrichten nicht, rechts davon schon. Wo er liegt, ist bei jedem anders.

Die Zahl bekommst du ohne Stoppuhr. Nimm als Einheit nicht Minuten, sondern Durchläufe:

«Das Einrichten kostet mich ungefähr so viel wie n Durchläufe von Hand.» Dann lohnt es sich ab dem Durchlauf danach. Dagegen hältst du, wie oft die Aufgabe in den letzten vier Wochen wirklich vorkam.

Deine Zahl ist nicht gemessen — sie ist gerechnet. Das ist immer noch mehr, als ein Gefühl hergibt.
4Deine Schwelle+15 XP

Wie viele Durchläufe kostet dich das Einrichten?

Denk an eine Aufgabe, die bei dir wiederkommt. Einmal aufbauen, was sie jedes Mal braucht — wie viele Durchläufe von Hand wären das ungefähr?

Wenn du gar nichts rechnen willst: nimm drei, also Antwort C. Diese Drei kommt aus einer Faustregel der Softwaretechnik — sie sagt, was Fachleute tun, nicht was gemessen wurde.

5Sechs Aufgaben+15 XP

Einrichten oder einmal machen?

Die Häufigkeit steht jeweils dabei. Sie ist es, die entscheidet — gerechnet wird gegen deine Schwelle aus dem Abschnitt davor.

6Fehlerbild+5 XP

Der Fehler, den man nicht bemerkt

Zu spät einrichten merkt jeder selbst — spätestens beim zwanzigsten Mal. Die andere Richtung merkt niemand: einrichten, was nur einmal kommt. Der Aufwand ist bezahlt, der Nutzen kommt nie, und liegen bleibt etwas, das später niemand mehr zuordnen kann.

Dazu gehört der ehrlichste Teil dieser Rechnung: Was du eingerichtet hast, darfst du auch wieder abbauen. Kommt eine Aufgabe nicht mehr, ist das Abschalten kein Rückschritt — es ist dieselbe Rechnung mit neuen Zahlen.

7Deine Lücke+10 XP

Was deine Zahl nicht abdeckt

Deine Zahl teilt deine Aufgaben in zwei Teile. Der eine erreicht die Schwelle — dafür zeigt dieses Modul zwei Wege. Der andere erreicht sie nicht, und hier ist die Lektion ehrlich: Für diese Aufgaben nützt dir nichts von dem, was du hier gelernt hast. Sie bleiben Handarbeit, jedes Mal.

Die zweite Hälfte deiner Lücke steht, wenn du Lektion 6.1 gemacht hast, schon auf deiner Liste — in der Zeile, bei der du «Agent» angekreuzt und dazugeschrieben hast, was am Handy fehlt. Genau dort hört dieses Modul auf.

8Deine Faustregel+15 XP

Ein Satz, in dem eine Zahl steht

Kein «öfter», kein «regelmässig» — eine Zahl, die du zählen kannst, und dahinter, was ab ihr passiert. Häng zwei oder drei eigene Aufgaben an, mit der Häufigkeit der letzten vier Wochen. Kommt keine davon über die Schwelle, schreib das hin: Das ist genauso ein Ergebnis, und deine Regel gilt trotzdem.

Bleibt hier — angemeldet auch in deinem Konto, sonst nirgends. Steht etwas im Feld, erscheint deine Regel unten auf der Seite, mit Kopieren-Knopf.

9Abnahme+5 XP

Halte deine Regel gegen das Kriterium

Das Abnahmekriterium dieser Lektion: eine Faustregel mit einer Zahl. Vier Punkte, Ja oder Nein — hak ehrlich ab.

Der Knopf bleibt offen, auch wenn Haken fehlen — das Ergebnis ist für dich.

Quellen
  • METR (2025) – Measuring the Impact of Early-2025 AI on Experienced Open-Source Developer Productivity – metr.org/blog/2025-07-10-early-2025-ai-experienced-os-dev-study/ · 16 erfahrene Entwickler, 246 Aufgaben · METR nennt sich selbst «a research nonprofit» · abgerufen 04.09.2026
  • «Rule of three (computer programming)» – en.wikipedia.org, Artikel gleichen Namens · Sekundärquelle zu Fowler u. a., Refactoring (1999); die Primärquelle haben wir nicht eingesehen · abgerufen 03.09.2026
  • Munroe, R. – xkcd 1205 «Is It Worth the Time?» – xkcd.com/1205/ · die Denkfigur der zwei Linien, keine Messung · abgerufen 03.09.2026

Eine Zahl steht bewusst nicht in dieser Lektion: ab wie vielen Wiederholungen sich ein Fach oder eine gespeicherte Anweisung amortisiert. Dazu haben wir keine Messung gefunden — und dass beides überhaupt Zeit spart, ist ebenfalls nirgends gemessen. Deshalb rechnest du hier deine eigene Zahl.